Pokémon GO oder der Grund warum mein Freund plötzlich Spaziergänge liebt

6. Juli 2016. Dieser Tag sollte meine Beziehung verändern. Pokémon GO erschien auf dem Markt und schoss schnell vorbei an Candy Crush (mein persönlicher Favorit) an die Spitze der Spiele-Apps .
Ich als Tochter der 90er kenne Pokémon nur als Gameboy Spiel und natürlich war ich diesem, wie fast alle meiner damaligen Freunde, verfallen. Mein Lieblingspokémon war immer Pikachu…klar welches sonst? Auch die Karten, Sticker und Ü-Ei-Figuren habe ich leidenschaftlich gerne gesammelt.

Heute, über 15 Jahre später werde ich durch Pokémon Go wieder mit meiner Kindheit konfrontiert. Pling: „Sie wurden auf Facebook zu einer Pokémon Go Gruppe hinzugefügt“ (Facebook gab es zu meiner Pokémon-Zeit auch noch nicht, warum ich beim Spielen auch nie wirklich weit gekommen bin und irgendwann das Interesse verloren habe). Mein erster Gedanke nach dieser „Einladung“: Spielt das jetzt jeder?

Ich habe die App jedenfalls nicht auf meinem Handy und fühle mich deswegen bereits ein wenig als Außenseiter. Nicht nur mein Bruder (17) sondern auch mein Freund (25) spielt das neue In-Spiel auf seinem Handy und ist plötzlich überall auf der Suche nach dem nächsten großen Fang. Mittlerweile habe ich mehrere waschechte Pokémontrainer in meinem Freundeskreis. Es vergeht kein Treffen ohne ein Gespräch über die Entwicklung von Schiggy zu Schillok, die abenteuerliche Jagd nach einem Tauboga oder dem neusten Pokestop… Aja und der nächste Kampf in der Arena an der örtlichen Raiffeisenbank ist ja bereits geplant. Wo ist die gute alte Zeit, als man noch über das letzte Wochenende oder das bevorstehende Fußballspiel geredet hat? Ich hab wohl den Zug zurück in die 90er verpasst – verdammt ich wäre so gerne auf ein Konzert der Spice Girls gegangen! Aber eines fällt auf, die Treffen am See oder an irgendeinem anderen Ort im Freien werden häufiger und auch das Fernsehen scheint weniger interessant geworden zu sein… 🙂

Aber wie es eben in einer Beziehung ist, muss man gewisse Kompromisse eingehen und was Pokémon Go angeht sieht dieser folgendermaßen aus. Ich muss ehrlich zugeben, es ist einige Zeit vergangen bis ich den Vorteil dieses Spiels für mich erkannte:
Plötzlich ist es ein Leichtes meinen Liebsten zu einem Spaziergang, einer Wanderung oder einem Tag am See zu überreden. In vier Jahren waren wir einmal wandern, letzten Sonntag. Mein Top-Argument um ihn dazu zu überreden war: Vielleicht hat sich auch  ein starkes Pokémon in die Berge von Hintersee verirrt und wartet dort darauf gefangen zu werden.


Also, obwohl ich die Faszination für das Spiel nicht teilen kann, habe ich mich mittlerweile damit angefreundet. Ich denke ich werde meinem Freund zum Geburtstag Wanderschuhe schenken. Die braucht man schließlich, als Pokémontrainer auf Level 8  und ich genieße währenddessen die frische Luft und hoffe auf ein Funkloch 🙂

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