Eine Reise durch den Westen der USA – Tag 8 bis 11 meines Roadtrips

San Francisco

Da der Weg von Los Angeles nach San Francisco mit einer Streck von 616 km auf einmal kaum zu bewältigen ist, haben wir in Monterey einen Zwischenstop eingelegt. Als wir am nächsten Tag nach einer Tour durch das Silicon Valley am späten Nachmittag endlich in unserem Airbnb in San Francisco ankamen, war der Schock zunächst groß. Es stellte sich heraus, dass das Apartment in der Lyon Street zwar relativ zentral lag, allerdings nur aus einem Zimmer mit einem Bett, einer Schlafcouch und Küche + Bad bestand und damit für vier Erwachsene doch etwas zu klein zu sein schien. Aber da man bei einer solchen Reise ja ohnehin nicht so viel Zeit drinnen verbringen sollte, haben wir uns im Laufe unserer Zeit in San Francisco irgendwie damit arrangiert. Da wir nach einigen Burgern und Pommes wieder so richtig Lust auf italienisches Essen hatten, wollten wir am ersten Abend Little Italy erkunden. Also haben wir Google Maps gestartet um uns mal die Route anzusehen. Das Ergebnis: 4 km Wegstrecke. Ohne genauer darüber nachzudenken, sind wir einfach mal losgelaufen um 30 Minuten später festzustellen, dass hungrig zu Fuß gehen in San Francisco eine nicht allzu gute Idee – man bedenke die hügelige Landschaft :D. Nach über einer Stunde für 4 km(!) waren wir dann endlich in Little Italy. Ihr könnt euch bestimmt denken, dass wir in den nächsten Tagen ständig mit Uber und Lyft unterwegs waren. Gegessen haben wir dann bei Acquolina. Mein Fazit dazu: Es war okay aber nicht überwältigend und ich hatte danach immer noch Hunger.

What to see

Während unseres Roadtrips habe ich ein einziges Mal gefroren und das war am Tag unserer Stadtrundfahrt. Man muss natürlich auch erwähnen, dass es in San Francisco im Vergleich zu den anderen Städten mindestens 10 bis 15 Grad kühler ist, aber trotz Pullover, Schal und Lederjacke war mir einfach zu kalt. Ich bin ja eigentlich kein Fan von Busrundfahrten, weil ich Städte gerne selbst erkunde und mir für einzelne Sehenswürdigkeiten gerne individuell Zeit nehme, aber in diesem Fall war es wirklich ein schöner Tag.

Golden Gate Bridge

Wenn man an San Francisco denkt, denkt man doch noch im selben Gedankengang an die Golden Gate Bridge oder? Für mich ist die 80 Jahre alte Brücke neben der Freiheitsstatue DAS Wahrzeichen der USA. Neben ihrer Schönheit ist sie aber auch bekannt für die zahlreichen Suizide, weswegen 2014 Netze angebracht wurden. Außerdem gibt es viele Notfalltelefone auf der Brücke. Für mich blieb also beim Überqueren der Brücke doch irgendwie ein seltsames Gefühl in der Magengegend.

Viele meinten vor unserer Reise: Sobald ihr sie seht (was auf Grund des Nebels nicht selbstverständlich ist), schießt sofort ein Foto. Wir hatten das Glück, dass wir sie eigentlich jeden Tag sehen konnten und so sind einige tolle Bilder entstanden.

Vom Aussichtspunkt hat man außerdem auch einen tollen Blick auf die Bucht von San Francisco. Ich habe natürlich jeden Winkel festgehalten.

Ich auf der Suche nach dem perfekten Foto von der Golden Gate Bridge

Twin Peaks

Als wir im Nebel einen Hügel hinauffuhren dachte ich mir erst: Was wollen wir hier in dieser Nebelsuppe? Wie ich kurz darauf feststellte, standen wir auf einem der Zwillingsgipfel den sogenannten Twin Peaks und haben auf das unter dem Nebel verborgene San Francisco geblickt. Eigentlich hat man von da oben einen tollen Blick auf die Stadt, nur leider war es einfach viel zu nebelig. Dieser Nebel ist übrigens auch der Grund für die Kälte. Er tritt vor allem im Sommer auf und ist das Ergebnis eines Zusammenstoßes von heißer Luft aus der Sierra Nevada und dem kalten Pazifikstrom. Dass d Nebel aber meist nicht lange bleibt, haben wir später an diesem Tag mitbekommen.

 

Lands End

Weiter gings in der Nebelsuppe und ein kurzes Nickerchen (ja ich war auch noch hundemüde) später hielt der Bus an Lands End. Bei schönem Wetter hat man dort eine wunderschöne Aussicht auf das Meer und  kann durch den angrenzenden Wald wandern. Leider ließ das Wetter bei uns etwas zu wünschen übrig.

Bootsrundfahrt und Alcatraz

Neben der Busrundfahrt hatten wir auch eine Bootsfahrt nach Alcatraz gebucht… naja zumindest dachten wir das. Im Endeffekt fuhren wir einmal durch die Golden Gate Bridge und im Anschluss einmal rund um die Insel auf der sich Alcatraz befindet. Das war zwar sehr schade, aber die windige Bootsfahrt hat trotzdem Spaß gemacht. Also ein Tipp von mir: Alcatraz am besten sofort nach dem Flug buchen, denn als wir dort waren, wäre die nächste Tour erst zwei Monate später frei gewesen 🙁

Pier 39

Mein absolutes Highlight in San Francisco waren die Seelöwen an Pier 39. Die süßen Tiere haben eine regelrechte Show abgezogen, sich gegenseitig die besten Plätze weggeschnappt und gepost was das Zeug hielt. Es war einfach so schön anzusehen.

Neben dieser kostenlosen Attraktion gibt es auch einige süße Läden am Pier und leckere Restaurants, vor allem für Fischfans.

Lombard Street

Ich liebe Blumen und am Rand der „kurvenreichsten Straße der Welt“ gibt es unzählige schöne Blumen. Neben diesen gibt es aber auch fast genau so viele Menschen, die ein Foto schießen möchten, weswegen sogar der Verkehr geregelt werden muss. Wenn man nach den zahlreichen Stufen endlich oben ankommt, wird man bei klarer Sicht mir einer tollen Ausssicht auf San Francisco belohnt. Und wenn man dann wieder runter geht sind von weiter oben nette Zurufe zu hören. Die Papageien der Lombard Street sind fast ebenso berühmt wie die gewundene Straße.

Cable Car

Was gehört zu San Francisco wie die Butter zum Brot? Klar das Cable Car. Gleich vorweg ich bin nicht damit gefahren. Es standen einfach immer viel zu viele Leute an. Aber es ist süß anzuschauen und gehört wie gesagt eben einfach dazu. Wie wir später von einem Uberfahrer erfuhren, kann man einfach eine Station weiterlaufen um den Menschenmassen an der Powell Street zu entgehen.

Painted Ladies

Für schöne Häuser ist San Francisco ja ohnehin bekannt, die im 19. Jahrhundert erbauten Painted Ladies sind trotzdem eine Besonderheit. Warum das so ist? Ich habe keine Ahnung, denn rund um den Alamo Square gibt es noch weitere wunderschön bemalte Häuser, so dass wir uns anfangs gar nicht sicher waren, ob wir überhaubt vor den richtigen Häusern stehen.

Sausalito

Wenn man noch einen Tag Zeit hat, lohnt sich eine Fahrt raus aus der Stadt auf jeden Fall. Die ruhige Umgebung in dem kleinen Städtchen am anderen Ende der Golden Gate Bridge tat uns nach der Zeit in den unterschiedlichen Städten gut.  Vor allem die verschiedenen Hausboote, die man bei einem Spaziergang am Hafen entlang zu sehen bekommt,  sind einen Besuch in Sausalito wert.

What to do

Nachdem wie alles gesehen hatten, haben wir unser Aktivitätsprogram in San Francisco gestartet. Hier ein Tipp: Auf www.groupon.com gibt es viele Angebote für die unterschiedlichsten Aktivitäten zu kleinen Preisen.

Shopping

Shoppen ist zwar etwas, das man in jeder Stadt machen kann, aber irgendwie ist es trotzdem in einer anderen Stadt immer etwas Besonderes. Wir haben zwei Hotspots besucht. Zu erst waren wir am Union Square, wo es einen riesigen Zara gibt, in dem man 10 (!) Artikel in die Umkleide mitnehmen kann, was für mich als Landei echt etwas Besonderes war. Neben diesem Laden gibts hier aber auch Macy’s, Saks of 5th Avenue und einen großen Apple-Store. Nachdem wir dort alle Shops abgegrast hatten, haben wir noch einen Abstecher zum Westfield Shoppingcenter, das mehr als 180 Stores beherbergt.

Baseball

Da wir extrem günstig an Karten gekommen sind (über groupon) , haben wir uns an unserem letzten Abend noch ein Baseball Spiel angesehen. Mein Fazit dazu: kalt, kalt, kalt, aber muss man schon mal gesehen haben, wenn man in den USA ist. 🙂

Spaziergang durch den Golden Gate Park

Im Westen von San Francisco befindet sich der Golden Gate Park. Mit einer Fläche von 4 Quadratkilometer ist dieser sogar größer als der Central Park in New York und beheimatet auch Sehenswürdigkeiten wie das de Young Museum, das Conservatory of Flowers oder den Japanische Teegarten (Bild) . Leider ist für alle diese Einrichtungen ein relativ hoher Eintrittspreis zu bezahlen. Wir haben uns stattdessen eine Vierrad ausgeliehen und sind damit 1 h (á $ 45,-) durch den Park gedüst. Das war unglaublich lustig und ich kann es jedem nur empfehlen.

What to eat

Euch hier Tipps zu geben fällt mir ehrlich schwer, da wir auf Grund von Geldmangel auch des öfteren im Apartment gegessen haben, aber zwei Hot Spots hab ich dann doch für euch.

Tony’s Pizza

Wie hatten ja schon am ersten Abend große Lust auf leckere Pizza und an unserem letzten in San Francisco haben wir sie dann bekommen bei Tony’s Pizza. Eine Pizza kostet 20 $ aufwärts, wobei manche für zwei Personen gedacht sind. Man muss nur entweder vorher reservieren oder früh genug dran sein, da man ansonsten in einer ewig langen Schlange steht.

Hollywood Cafe

Ähnlich gings uns auch im Hollywood Café. Wir mussten ca. 10 Minuten warten, was in den USA aber nichts Ungewöhnliches ist. Das Warten hat sich auf jeden Fall gelohnt. Das Frühstück war lecker und ich kann es in jedem Fall weiterempfehlen.

Jeder mit dem wir vor Reiseantritt gesprochen haben meinte, San Francisco wäre mit Abstand die schönste Stadt unserer Rundreise. Mir hat es auch unheimlich gut gefallen. Vor allem die klare Luft hat nach der Hitze einfach gut getan. Die Hügel machen die kleine Stadt zu etwas ganz Besonderem. Ich hab die Tage auf jeden Fall genossen und kann euch eine Reise dorthin nur empfehlen. Aber ein gut gemeinter Rat: Nehmt euch genügend warme Sachen zum Anziehen mit, oder plant gleich am ersten Tag einen ausgiebigen Shoppingtag ein!

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